Vergesellschaftung von Melanochromis-Arten

Grundsätzlich sollten Melanochromis-Arten nur mit anderen Cichliden aus dem Malawisee vergesellschaftet werden und wenn möglich ausschließlich mit Mbunas.

In Frage kommen dabei alle Arten, bei denen sich die Männchen möglich stark unterscheiden. Gängig ist die Vergesellschaftung mit Pseudotropheus, Labidochromis, Cynotilapia, Maylandia oder Labeotropheus.

Als Verhältnis zwischen Männchen und Weibchen ist es am einfachsten, 1 Männchen und dazu 3 bis 4 Weibchen zu halten. So verteilen sich die Aggressionen am besten. In größeen Aquarien können auch mehrere Männchen mit jeweils eigenem Revier in einem Aquarium gehalten werden. Dazu sollten dann aber immer deutlich mehr Weibchen gesetzt werden. Bei einige Arten wie Melanochromis maingano (cyaneorhabdos) kann aber auch eine Gruppe von 7 oder 8 Tieren gehalten werden, bei denen die Geschlechterverteilung nebensächlich ist. Das ist vermutlich darauf zurückzuführen, dass sich die Männchen und Weibchen dieser Art sehr gleichen und kaum ein Geschlechtsdimorphismus zu erkennen ist.

Wichtig: Regelmäßiger Wasserwechsel

Nachdem Pflanzen als Nitratverbraucher in den meisten Malawiaquarien fehlen, muss dieser und andere Stoffe per Wasserwechsel aus dem Aquarium entfernt werden.

Der Malawisee ist ein keimarmes Gewässer und so empfielt sich ein wöchentlicher Wasserwechsel von ca. 50% des Nettoinhalts des Aquariums.

Bei der Wiederbefüllung des Aquariums sollte darauf geachtet werden, dass die Temperatur nicht mehr als 2 bis 3°C von der Wassertemperatur im Becken abweicht.

Die Zugabe von zusätzlichen Wasseraufbereitern ist in der Regel bei der in Deutschland sehr guten Wasserqualität nicht nötig und ist deshalb nur ratsam, wenn sich z.B. auf Grund einer veralteten Hausverrohrung Metalle im Wasser gelöst haben könnten und gebunden werden müssen oder wenn das Wasser vom Lieferanten stark gechlort werden musste.

Mit Hilfe einer zusätzlichen Pumpe, eines Schlauches und einer Gardenakupplung ist ein Wasserwechsel einfach und schnell zu erledigen – auch in solchen Dimensionen.

Futter für Melanochromis-Arten

Im Gegensatz zu anderen Mbunas gibt es bei den Melanochromis-Arten sogar solche, die sich auf die Jagd von Jungfischen als Futter eingestellt haben. Mel. chipokae sei als Beispiel genannt. Wichtig ist es, dieser Tatsache insofern gerecht zu werden, als das Futterangebot möglichst abwechslungsreich sein sollte. Die größte Gefahr ist ohnehin die Überfütterung der Mbunas, die in jedem Fall vermieden werden sollte.

Eine gute Basis stellen die zahlreichen im Handel angebotenen Flockenfutter dar, die speziell auf pflanzenfressende (herbivore) Fische abgestimmt sind. Um den Ansprüchen der Aufwuchsfresser (limnivore) und allesfressenden (omnivore) Vertretern der Gattung gerecht zu werden, empfielt es sich 1x bis 2x in der Woche Wasserflöhe, Cyclops oder Artemia zu geben. Geeignet sind diese als Lebend- oder als Frostfutter.

Gurke oder Paprika kann überbrüht ebenfalls ins Aquarium gegeben werden und wird in der Regel gut angenommen. Man darf aber nicht vergessen, die Futterreste rechtzeitig wieder aus dem Aquarium zu entfernen.

Überhaupt nicht geeignet als Futter für Malawicichliden sind rote Mückenlarven und Tubifexwürmer.

Die richtigen Wasserwerte für Melanochromis

Im Malawisee liegen die wichtigsten Wasserparameter in Bereichen, die sich auch in Deutschland oft vorfinden lassen oder einfach herzustellen sind.

Zentral ist dabei der PH-Wert, der im See zwischen 7,7 und 8,8 liegt. Das Ziel sollte es sein, einen stabilen Wert um 8,0 zu erreichen. Um diesen Wert stabil zu halten, empfielt es sich, mittels Oberflächenbewegung CO2 auszutreiben und so eine Ansäuerung des Wassers zu verhindern. Gepuffert wird der Wert über die Karbonathärte (KH-Wert). Diese sollte zwischen 5 und 12 liegen.

Obwohl Malawicichliden oft als Hartwasserfische gelten, können sie problemlos auch in weicheren Wasser gehalten werden. Die Gesamthärte (GH-Wert) sollte aber bei mind. 3 liegen. Maximal wird ein GH von 20° toleriert.

Die Wassertemperatur sollte zwischen 23°C und 27°C liegen. Ideal sind 26°C.

 

Technik für ein Melanochromis-Aquarium

Bei der notwendigen Technik kann man als Aquarianer eher sparsam sein. Die grundlegende Technik für ein Aquarium mit Melanochromis-Besatz besteht aus:

Filterung:
Ein ausreichend großer Außenfilter ist dabei das Herzstück. Der Filter sollte wirklich überdimensioniert werden. D.h. die richtige Wahl ist der Filter der vom Hersteller für die doppelte Aquariengröße empfohlen wird, als das Melanochromis-Becken haben soll.
Zusätzlich kann ein kleiner Innenfilter zur Schnellfilterung und für mehr Strömung eingesetzt werden.

Heitzung:
Hier ist ein Standard-Heizstab oder eine in den Außenfilter integrierte Heizung völlig ausreichend.

Beleuchtung:
Dabei gilt für ein solches Buntbarschaquarium im wahrsten Sinne “wenige ist mehr”. Setzt man auf herkömmliche Röhren, reicht eine einzelne aus. Nimmt man eine modere LED-Beleuchtung, genügt eine Leistung, die weit unter den Empfehlungen für Pflanzenaquarien liegt.

 

Aquarium für Melanochromisarten einrichten

Wie die meisten anderen Mbunas aus dem Malawisee sind auch Melanochromisarten nicht besonders friedlich und Männchen beanspruchen auch im Aquarium ein Revier.

Will man ein Aquarium einrichten, das den Ansprüchen dieser Gattung genügt empfielt es sich, ein Becken zu wählen, das ausreichend groß ist. Grundsätzlich spricht man davon, dass Aquarium ab einem Volumen von 200 Litern für friedliche Melanochromis-Arten geeignet sind. Empfehlenswert ist aber ein Aquarium ab 300 Litern (120 cm x 50 cm x 50cm).

Eingerichtet wird das Aquarium mit einer Sandschicht von etwa 3 cm Höhe.Dazu geeignete Steinaufbauten, die zahlreiche Höhlen und Verstecke für maulbrütende Weibchen oder den Nachwuchs bilden. Die Steine sollten nicht scharfkantig sein und sich solide stapeln lassen.

Als Rückwand eignen sich gängige Kunststoffprodukte, die um ein natürliches Biotop zu präsentieren, ein Steindesign zeigen sollten oder auch einfache Rückseitenfolien zum aufkleben auf das Aquarium.

Holz gehört als Einrichtung nicht in ein Melanochromis-Aquarium. Die meisten Hölzer säuern das Wasser an und beeinflussen die bevorzugte Wasserchemie negativ.

Pflanzen können dagegen eingesetzt werden. Sie sind allerdings keine Voraussetzung, zumal die meisten Arten mit den Wasserwerten und den gegenüber Wasserpflanzen wenig toleranten Cichliden ohnehin nicht gut zurecht kommen und entsprechend schlecht wachsen.

Die Gattung Melanochromis

Bei den Melanochromis handelt es sich um eine Gattung afrikanischer Buntbarsche. Diese Cichliden kommen endemisch im ostafrikanischen Malawisee vor und sind als Zierfische bei Aquarianern sehr beliebt.

In Ihrem natürlichen Biotop sind die im weiblichen Geschlecht maulbrütenden Buntbarsche an die ufernahen Felsbereiche gebunden. Wie die meisten Mbunas ernähren auch sie sich vom Aufwuchs auf den Steinen.

Aquaristisch sind folgende Arten interessant:

Melanochromis auratus Übergangszone Limnivore Mbuna 9-11 cm ab 400 l
Melanochromis sp. “auratus elongate” Felsen Omnivore Mbuna 9-11 cm ab 200 l
Melanochromis baliodigma Übergangszone Carnivore Mbuna 9-11 cm ab 400 l
Melanochromis brevis Felsen Limnivore Mbuna 12-15 cm ab 400 l
Melanochromis sp. “brown” Felsen Omnivore Mbuna 11 cm ab 400 l
Melanochromis chipokae Übergangszone Carnivore Mbuna 14 cm ab 400 l
Melanochromis cyaneorhabdos Felsen Limnivore Mbuna 7-9 cm ab 400 l
Melanochromis dialeptos Übergangszone Limnivore Mbuna 7-8 cm ab 200 l
Melanochromis interruptus Felsen Limnivore Mbuna 8-9 cm ab 200 l
Melanochromis joanjohnsonae Felsen Limnivore Mbuna 7-10 cm ab 200 l
Melanochromis johannii Übergangszone Limnivore Mbuna 8-10 cm ab 400 l
Melanochromis labrosus Übergangszone Carnivore Mbuna 17 cm ab 400 l
Melanochromis lepidiadaptes Übergangszone Carnivore Mbuna 11-13 cm ab 400 l
Melanochromis melanopterus Felsen Limnivore Mbuna 14 cm ab 400 l
Melanochromis sp. “northern blue” Übergangszone Limnivore Mbuna 16 cm ab 400 l
Melanochromis parallelus Felsen Limnivore Mbuna 10-13 cm ab 400 l
Melanochromis perileucos Übergangszone Limnivore Mbuna 9-10 cm ab 200 l
Melanochromis robustus Übergangszone Carnivore Mbuna 17 cm ab 600 l
Melanochromis sp. “robustus mbenji” Übergangszone Limnivore Mbuna 16 cm ab 400 l
Melanochromis simulans Felsen Limnivore Mbuna 11 cm ab 400 l
Melanochromis vermivorus Felsen Limnivore Mbuna 11 cm ab 400 l